
„Mach doch mal einen fairen Preis!“ – Preisdumping & das liebe Geld
Es ist eine unbestreitbare Tatsache: Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer – auch in der Selbstständigkeit. Studien zeigen, dass weibliche Freelancer:innen und Unternehmer:innen oft niedrigere Honorare ansetzen als ihre männlichen Kollegen. Warum? Weil wir von klein auf gelernt haben, „bescheiden“ zu sein, „nicht gierig“ zu wirken und unseren Wert zu unterschätzen.
Dazu kommt, dass Kunden oft mit einem „Aber ist das nicht zu teuer?“ um die Ecke kommen, als wäre es eine Wohltätigkeitsaktion, uns zu bezahlen. Kleiner Reminder an dieser Stelle: Unsere Arbeit ist kein Hobby, sondern unser Business.
Was hilft?
- Preise mit Selbstbewusstsein kommunizieren. Kein „Mein Preis wäre…“, sondern „Mein Preis ist…“
- Vergleich mit männlichen Kollegen anstellen. Wenn die für dieselbe Leistung 30 % mehr verlangen – why shouldn’t you?
- Kein schlechtes Gewissen haben. Die Zeit, in der Frauen gratis Care- und Kreativarbeit geleistet haben, ist vorbei.
„Machst du das hauptberuflich?“ – Ernstgenommen werden
Gibt es eigentlich eine Business-Kategorie, in der Männer gefragt werden: „Und kannst du davon leben?“ – Nein? Okay.
Als Female Solopreneur passiert das aber ständig. Egal, ob du Designerin, Coach, Texterin oder Consultant bist – es gibt immer irgendjemanden, der denkt, du machst das nur „so nebenbei“. Denn Erfolg als Frau in der Selbstständigkeit? Muss ja ein süßes kleines Side-Hustle sein.
Was hilft?
- Selbstbewusst mit Zahlen und Fakten argumentieren. („Ja, ich mache das hauptberuflich. Mein Business erwirtschaftet [Umsatz X] im Jahr.“)
- Bullshit-Kommentare nicht persönlich nehmen. Wer dich unterschätzt, spiegelt nur die eigenen Limitierungen.
- Netzwerke nutzen. Austausch mit anderen Frauen in Business gibt Kraft – und Connections.
„Du musst einfach härter verhandeln!“ – Die Gratwanderung zwischen „Boss Babe“ und „Bitch“
Wenn Männer tough verhandeln, sind sie „durchsetzungsstark“. Wenn Frauen dasselbe tun? „Schwierig“, „zu fordernd“ oder „zickig“.
Wir laufen auf einem schmalen Grat: Sei nicht zu weich, aber auch nicht zu hart. Sei freundlich, aber nicht anbiedernd. Sei tough, aber nicht arrogant.
Newsflash: Wir können es nicht allen recht machen – also hören wir auf, es zu versuchen.
Was hilft?
- Klarheit statt Rechtfertigung. Ein einfaches „Nein, das passt für mich nicht“ ist vollkommen ausreichend.
- Keine Angst vor Ablehnung. Wer dich nicht respektiert, ist nicht dein:e Kund:in.
- Boundaries setzen & kommunizieren. Dein Business, deine Regeln.
„Kannst du das nicht günstiger machen?“ – Unbezahlte Arbeit & Gratis-Expertise
Ein Klassiker: „Ich hätte da eine kurze Frage…“ – und drei Stunden später hast du eine komplette Strategie ausgearbeitet, kostenlos natürlich.
Gerade Frauen werden oft in die „Helferinnen“-Rolle gedrängt. Wir sollen supporten, „nur mal kurz draufschauen“ und „ein bisschen was überarbeiten“. Das Problem? Wenn wir ständig gratis arbeiten, wertschätzen andere unsere Arbeit nicht.
Was hilft?
- Grenzen setzen. Gratis-Probeberatung? Nein, danke. Erstes Gespräch? Ja, aber in einem klar definierten Rahmen.
- Wert der eigenen Arbeit kennen. Kein Mann würde sich für seinen Stundensatz entschuldigen – wir auch nicht.
- Höflich, aber bestimmt kommunizieren. Ein „Ich biete dir dazu gerne ein Paket an, das kostet XYZ“ ist völlig legitim.
„Du brauchst einfach mehr Selbstvertrauen!“ – Das Imposter-Syndrom
Während manche Typen mit Halbwissen die größten Deals abschließen, zweifeln viele Frauen mit jahrelanger Erfahrung an sich selbst. Willkommen im Club der Overthinkerinnen.
Das Imposter-Syndrom (aka „Ich bin nicht gut genug für das, was ich tue“) trifft vor allem Frauen – weil wir von klein auf dazu erzogen wurden, zurückhaltend zu sein.
Was hilft?
- Erfolge tracken. Schreib dir auf, was du erreicht hast – es ist mehr, als du denkst.
- Sich nicht mit anderen vergleichen. Dein Weg ist deiner – und niemand hat exakt dieselben Erfahrungen.
- Einfach machen. Perfektionismus ist eine Illusion. Go for it.
Fazit: Wir machen trotzdem weiter – und das aus gutem Grund
Ja, als Female Solopreneur hat man’s nicht immer leicht. Aber trotzdem halten wir durch. Weil wir etwas zu sagen haben. Weil wir unsere eigenen Chefinnen sein wollen. Weil wir es verdienen, erfolgreich zu sein – und das zu unseren Bedingungen.
Also, liebe Frauen in Business: Keep going. Setzt eure Preise durch. Zieht Grenzen. Lasst euch nicht kleinreden. Und feiert euch heute doppelt – denn ihr macht verdammt nochmal einen großartigen Job.